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Kevin Durant, Don C und Riccardo Tisci

Recap: Mit Nike in Los Angeles

Vor kurzem luden uns die Freunde mit dem Swoosh zu dem Nike x NBA-Event in Los Angeles ein. Vor Ort sprachen wir mit vielen interessanten Leuten aus dem Nike-Umfeld und konnten einen exklusiven Blick auf die neuen NBA-Trikots werfen. 

Der Flieger von Düsseldorf startete um 8 Uhr morgens. Nach einem Zwischenstopp in Amsterdam ging es endlich in die Stadt der Engel. Um 15 Uhr Ortszeit kamen wir in Los Angeles an und fuhren direkt zu unserem Hotel in Downtown. Von Dort aus erkundeten wir neben dem pompösen Hotel – die Lobby war im 71. Stock – die Gegend rund um das Staple Center in Downtown. Nachdem wir uns kurz stärkten, ging es auch ab ins Bett. Schließlich erwarteten uns noch zwei aufregende Tage in L.A.
Am Freitag ging es in die Behausung eines Mannes, der den amerikanischen Traum komplett auslebt. Jimmy Goldstein, seines Zeichens NBA-Sponsor und Partykönig, empfing uns in seiner Wohnung auf den Beverly Hills. Zu seinem Anwesen gehört ein Pool mit Ausblick auf Downtown, der so tief ist, dass Jimmy sogar von seinem Schlafzimmer in der unteren Etage in den Pool reinschauen kann. Ebenfalls auf dem Goldstein-Anwesen: ein eigener Tennisplatz und der Club James, bei dem schon Berühmtheiten wie Jay-Z das Tanzbein geschwungen hatten.  

Von dort aus ging es zum Dinner ins Santa Monica Boulevard, wo auch seinerzeit der Film „Pretty Woman“ gedreht wurde. Mit neuer Energie fuhren wie zu den Sony Picture Studios, wo uns endlich die neuen NBA-Trikots gezeigt wurden. Berühmtheiten wie Mark Wahlberg und Mark Parker gesellten sich hier zu NBA-Stars wie Kevin Durant oder J.R. Smith. Hier trafen wir auch John Hoke, den Vice President Global Design bei Nike, der uns auch sofort Rede und Antwort stand.
Wo liegt deiner Meinung nach die perfekte Kombination zwischen Streetwear, Basketball und Performance?

Aus meiner Sicht, starten wir beim Design-Prozess mit dem Basketballathleten selber und achten auf die Funktion des Produktes. Wir widmen es ihnen und nennen es "Pure Lab". Aber das ist noch nicht alles. Wir wissen, sobald wir erst alle Innovationen und Funktionen an das Produkt angebracht haben, kommt noch einiges auf uns zu. Man muss das Produkt an den Athleten und an die Öffentlichkeit binden und es zur Kultur werden lassen. Es ist wichtig, in welcher Weise es designed wurde, wie es fällt, welches Material gewählt wurde und welche anderen Referenzen es zur Kultur hat. Es ist unfassbar wichtig, dass wir hier die Balance halten. Wenn diese nicht gehalten wird, bekommen wir nicht das, was wir möchten. Die Lösung von Form und Funktion, Performance und Kultur ist das, was es ausmacht.

Was würdest du sagen, ist der nächste Schritt für Performance-Basketball-Schuhe und auch für Lifestyle-Schuhe? Und wie wichtig ist es, ein Role Model wie á la Jordan zu sein?


Jordan und sein Weg als Athlet war sehr inspirierend, da er unfassbar viel Selbstbewusstsein hatte. Er stand auf dem Spielfeld und ging nie wieder fort. Er wusste es, die Fans wussten es und seine Teamkollegen wussten es. Diese selbstbewusste Attitüde war berauschend für alle um ihn herum. Ich denke das macht auch heute noch viel aus. Wir versuchen nicht nur ein Problem zu lösen für ein Basketballspiel - was wir definitiv auch tun - wir versuchen viel mehr eine Sicht der Dinge und einen Ausdruck von dem zu zeigen, woran wir glauben. Ihre Persönlichkeit, ihr Charakter, ihr Glauben ist im Produkt vereint. Und für mich ist das die Poesie. Kombiniere es mit Form und Funktion, wie du es beschrieben hast, aber auch mit Emotionen, Schönheit und Bedeutung und setze das zusammen. Ich denke, bei der anstehenden Technologie spielen auch Fashion-Trends, wie zum Beispiel der Trend zurück in die 90er – eine große Rolle. 

Was denkst du über den deutschen Basketball? Ist das überhaupt ein Thema in Amerika?


So ähnlich wie Fußball würde ich sagen. Ich finde Basketball aus Amerika wurde komplett neu interpretiert in allen Teilen der Welt. Wenn du mich jetzt fragst, was ich über deutschen Fußball oder Basketball denke, kann ich das gar nicht genau sagen. Dadurch, dass es so international verteilt ist, ist es irgendwie ein komplett eigenes Spiel geworden, das nicht mehr nur einheimisch wie der amerikanische Basketball ist. Es fühlt sich für die Leute heimisch an, die das Spiel lieben, die Basketball spielen oder am Spielfeld sind. Es ist ein ganz individueller Hype. Aber Spieler wie Dirk Nowitzki oder Dennis Schröder kenne ich natürlich. Sie haben bewiesen, dass sie großartige Athleten sind.

Nachdem wir mit Hoke das Interview beendet hatten, konnten wir einen genaueren Blick auf die neuen Trikots werfen. Diese sind mit einem Chip ausgestattet, der sich mit der Nike+-App verbinden lässt und sämtliche Informationen zu dem jeweiligen Spieler sowie Kaufempfehlungen für den Träger anzeigt.

Ein anderes Highlight, war für uns als Deutsche, die Aufstellung der Trikots, die neben den üblichen Superstars auch die deutschen Athleten Dirk Nowitzki und Dennis Schröder zeigte. Wir Deutschen können halt mehr, als nur Fußball! Nach diesem aufregenden Abend ging es zurück ins Hotel und ab ins Bett. Ein Tag voller Abenteuer erwartete uns schließlich noch.
An unserem letzten Tag in L.A. hatten wir die große Ehre den neuen Nike Lebron XV auf dem Court zu testen. Nicht auf irgendeinem Court, sondern in den heiligen Hallen des USC Colleges. Zwei Coaches waren vor Ort und gaben uns unsere Sporttaschen mit Socken, Shorts und Trikots, bevor der Lebron XV dem Court-Test unterzogen wurde.  

Nachdem wir auf dem Spielfeld zeigen konnten, dass man uns abseits der Freiwurflinie nichts vormachen kann, ging es ab unter die Dusche und zu einer Nike Air Force 1-Ausstellung. Hier wurden neben den NBA x Nike Air Force 1 auch Modelle aus der 35-jährigen Historie des Schuhs gezeigt. Egal ob Acronym, Virgil Abloh oder Questlove – alle standen sie vor uns, bewacht von den Augen einiger Secuirity Guards und Kurt Parker, dem Sohn von Mark Parker und VP / Creative Director bei Nike Sportswear. Wir haben uns den Sohnemann des Nike-Ceos geschnappt und ihm ein paar Fragen gestellt.
 



Was denkst du über Möglichkeit für die Marke Nike, aus der Verbindung zwischen Nike und NBA ein neues Publikum und Fangemeinde zu gestalten und zu erreichen? Könnte es vielleicht sogar eine Art Integration bei der Community geben?    

Basketball, Musik, Streetculture - das ist alles eng miteinander verbunden. Sicher gibt es auch noch andere Sportarten. Skaten definitiv, auch Fußball oder Football gehören in kleinerem Rahmen dazu. Aber Basketball ist wirklich das kulturelle Zentrum und das seit den 80ern. Ich bin sehr froh über die Möglichkeit mit der NBA arbeiten zu dürfen. Am Spielfeld erleben wir eine ständige Innovation, sowohl bei dem Style und den Silhouetten, selbst die Proportionen der Shorts sind wichtig und bleiben in Bewegung. Sie waren bisher sehr baggy und oversized. Vieles wurde aus technischen Gründen gemacht, denn früher gab es nicht die Technologie, um eine schmalere Passform zu erschaffen. Wir mussten rausfinden, wie man das am Besten macht. Wenn man mit der NBA arbeitet, gab es teilweise eine sehr hohe Skepsis. Das Wichtgste für die NBA-Leute war immer: "Hilft das, um die Performance unserer Spieler zu verbessern?" Über die Idee, den Hoodie zum Warm-Up zu bringen, waren sie sehr empört. Wir entfernten uns vom Spielfeld und befassten uns mehr mit der Haltung. Leute können ihr Team dadurch in vielen verschieden Formen repräsentieren.    

Stichwort Kollaboration mit Riccardo Tisci. Warum ist dieser Kerl so perfekt für Nike?

Was wir bei Kollaborationen immer beachten: Was ist die Geschichte der Marke, was ist die Geschichte des Sports und bleiben wir dabei authentisch. Und genau diese Authentizität hatte er stehts im Auge. Wenn du an Basketball denkst, dann hast du sofort dieses Geräusch der Schuhe auf dem Boden, der Geruch des Basketballs und auch das Mesh an den Trikots – das gehört einfach zur DNA dieses Sports. Und genau diese Gefühl und diesen Blick hat auch er. Wenn du das Spiel nicht kennst, dann verpasst du solche Feinheiten. 

Eine meiner letzten Fragen an dich: Was ist dein Lieblingssneaker?


Mein all-time Fav ist der Nike Air Max. Die erste Erinnerung an diesen Schuh war: "Mum, ich muss los und diesen Schuh haben!" Sie hatte mir dann ein anderes Modell vorgeschlagen und ich meinte nur: "Nein, es muss dieser sein, dieser Air Max." Ich schätze Innovationen und der Air-Max ist das wirklich erste Modell, bei dem du die Air-Bubble gesehen hast. Der 97er Silver Bullet war auch etwas Besonderes. Das alles waren mutige Ideen, von denen wir heute noch zehren können.
Nach unserem netten Plausch mit Parker Junior fiel unser Augenmerk auf noch nicht erschienene Nike Air Force 1 Modelle – natürlich alles top secret. So viel sei schonmal gesagt: ein sehr guter Rapper wird einen sehr guten Air Force 1 herausbringen. Stay tuned!  

Als einziges europäisches Medium hatten wir zudem die Gelegenheit mit Riccardo Tisci über seine kommende Kollektion zu plaudern. Das komplette Interview findet ihr in der kommenden Ausgabe vom PRAISE Mag. Stattdessen können wir euch einen kleinen Einblick in unser Gespräch mit Don C. geben, der ebenfalls vor Ort war.


Hi Don! Wie viele Sneaker besitzt du eigentlich?    

Gute Frage! Über 10.000 Paar mit Sicherheit, aber ich habe sie nie wirklich gezählt. Ich habe in New York bestimmt über 5.000 Paar, aber zwischen L.A. und Chicago sind es auch noch einige. Vielleicht eher 15.000. Aber ich bin nicht ganz so versessen, was meine Sammlung betrifft. Mich kümmert das gar nicht mehr wirklich, was für Manche vielleicht ein bisschen irre klingt.    

Welches Aufbewahrungssystem bevorzugst du?    

Ich habe 5000 Boxen in meinem Lager in New York. Seit 2004 kommen jeden Monat immer wieder Boxen dazu. Ich habe dort auch altes Zeug. Und in L.A. habe ich auch die letzten zehn Jahre gesammelt. Aber diese Sammlung werde ich hoffentlich bald auflösen. Das wird mein nächstes großes Projekt: Mein Zeug aus dem Lager in L.A. herausbekommen.    

Du hast deine Base also in L.A.?    

Nein, normalerweise lebe ich in New York. Aber als ich umgezogen bin, habe ich mir ein zusätzliches Lager angeschafft.    

Was war dein erster Schuh, den du wirklich bewusst gesammelt hast?    


Schwierig, denn die Sammlung ist organisch über die Jahre gewachsen. Angefangen hat das Ganze wärhend der Nike Dunk Ära Ende der 90er. Als ich bereits ein Paar Dunks hatte, meinte jemand zu mir, dass die mindestens 300-400,- Dollar wert sind. Dann habe ich zum ersten Mal realisiert dass Schuhe wertvoller werden und ich dachte mir: 'Warte mal, dann behalte ich die.'     

Was ist dein Lieblingsschuh?   

Definitiv der Jordan 1.   

Welches Modell ist dein All-Time-Favorit? Zumindest konkret auf den Style und das Jahr gefragt.    

Wow, schwierige Frage… ich würde sagen der Jordan OG. 94/99 Bred und Royal. Als die zum ersten Mal herauskamen waren sie hart umkämpft. Ich komme aus Chicago, wo du entweder zu den Bloods oder den Crips gehörst und entweder die Breds oder Royals getragen hast. Mir war das ziemlich egal. Ich habe Beide und habe sie auch getragen, wie es mir gefallen hat. Manchmal bin ich damit auch angeeckt, aber das war mir egal.    

Nach diesem Interviewmarathon ging es zur letzten Station unserer Reise: Venice Beach. Wir schauten bei einem Turnier zu, das auf dem berühmten Court aus dem Film „White Man can’t jump“ ausgetragen wurde.   

Es waren drei unglaubliche Tage! Unser Fazit: Wahre Größen wie Riccardo Tisci oder Don C sind sympathischer und offener als so manche C-Promis und Nike bleibt der Endgegner in Sachen Basketball und On-Court-Performance.