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Gib Gummi!

Whatever happened to...Royal Elastics?

Laces sind seit jeher ein prägender Teil im gesamten Sneakerkosmos. Aber mal Hand aufs Herz: Mitunter können diese verdammten Senkel mit ihrem Hang zum Aufgehen, Verknoten und Verdrehen doch ganz schön nerven. Das dachten sich einst wohl auch die australischen Turnschuh-Enthusiasten Tull Price und Rodney Adler und gründeten 1996 Royal Elastics – das erste Sneakerlabel, das zugunsten von elastischen Gummibandeinsätzen komplett auf eine konventionelle Schnürung verzichtete. 

Text: Andreas Grüter

Das Konzept von Royal Elastics schlug in der Szene ein wie eine Bombe und brachte den beiden nicht nur einen Haufen Designpreise ein, sondern ebnete auch den Weg für diverse Kunst- und Musik-Kollaborationen, deren bekannteste sicherlich die mit der britischen Drum’n’Bass-Institution Metalheadz war. Spätestens mit dem Launch der erfolgreichen Icon-Serie wurde Royal Elastics im Jahr 2000 auch jenseits von subkulturellen Strömungen als der heiße Shit wahrgenommen. Nur knapp ein Jahr später übernahm K-Swiss die Marke und führte sie in den nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Markt ein. Es folgten Zusammenarbeiten mit Gwen Stefani, dem HipHop-Schwergewicht Lyrics Born, der Andy Warhol Foundation und dem Rocksteady-Crew-Urgestein Doze Green. 2008 betrieb Royal Elastics zehn eigene Stores in Asien und eröffnete seinen ersten Shop in den USA, bevor es sich 2009 wieder von K-Swiss lossagte und auf seine Wurzeln als Indie-Label besann. 

Where are they now?

Nach dem Verkauf an K-Swiss verlieren sich die Spuren von Rodney Adler, während Tull Price nach einer Auszeit vom Schuhmarkt 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Josh das australische Casual-Footwear-Label Feit ins Leben rief. Royal Elastics selbst ist auch ohne das Gründerdoppel im 21. Jahr seines Bestehens mit einem umfangreichen Sortiment an Jungs- und Mädchen-Botten präsent, konzentriert sich aber mit Stores in Japan, Korea, Taiwan und China aktuell auf den asiatischen Markt. Zwar wird nach wie vor der Wille betont, nach Europa zurückzukehren, bis es jedoch irgendwann so weit ist, sei Liebhabern von Royal Elastics und generell allen Schnürverächtern der hauseigene Online-Store ans Herz gelegt.