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Puma x Han Kjøbenhavn

Zeitlos im Moment

Vergangenen Donnerstag wurde in Kopenhagen die erste Kollaboration von Han Kjøbenhavn und Puma vorgestellt. Wir waren vor Ort und konnten ein paar Fragen an Jannik Wikkelsø Davidsen stellen, den Designer des dänischen Labels.

Die Kollaboration stand schon seit einiger Zeit im Raum. Wie lange hat es gedauert, sie fertig zu stellen?

Vor etwa zwei Jahren nahm Puma mit uns Kontakt auf und damit begannen die Gespräche zu diesem Projekt. Wenn eine der drei großen Marken bei dir anklopft, ist das schon eine große Chance. Und Puma hat immer noch diesen Underdog-Vibe, daher fühlten wir gleich, dass das zu uns passen könnte. Wir machen nicht so viele Kollaborationen, weil wir eine eigene DNA kreieren und Han auf unsere eigene Weise aufbauen wollen.

Was war deine erste Idee bei der Arbeit an dieser Kollektion?

Im Fall einer großen Firma wie Puma ist für uns die erste Frage, wie wir etwas machen können, was niemand erwartet. Daher war einer der ersten Schritte, die ganzen Puma-Logos wegzunehmen, die Marke etwas auseinander und die ganzen Performance-Schichten weg zu nehmen. Es auf den Boden bringen, aber auf eine überraschende, reduzierte Art, um den Punkt zu erreichen, an dem beide Partner wirklich glücklich mit dem Ergebnis sind.

Inwiefern unterscheiden sich die Teile dieser Kollektion von denen, die du nur für euer Label entwirfst?

Zunächst in den Farben. Die Kollektion ist recht farbenfroh, mehr als unsere eigenen Teile. Dann haben wir vorher erst einen eigenen Schuh gemacht – hier ist es eine ganze Reihe, das ist ein riesiger Unterschied. Und nicht zuletzt sind die Materialien der ganzen Kollektion ganz andere, als wir gewöhnlich verwenden.  


Die Kollektion wirkt sehr sports- und nicht so sehr streetwear-orientiert. Siehst du das ähnlich?

Der Sport-Aspekt muss dabei sein, aber mein Ziel war es, das auf eine subtile Art auszudrücken. Für mich hat das aber alles keinen Performance-Charakter, es geht mehr um alltägliche Sportswear – und die hat auf jeden Fall viel von beidem, Sport und Street.

In euren eigenen Kollektionen gibt es immer Camouflage-Elemente – warum nicht hier?!

In der Kollektion gibt es vier oder fünf Farben und natürlich hätte man da auch etwas mit Camo machen können. Aber wenn ich mir den Markt anschaue, sehe ich, dass zu viele Kollaborationen sich auf Camouflage verlassen. Nichts dagegen, ich liebe Camo, es trägt sich super – aber schau dir die Kollabos von Palace oder Supreme an, und da gibt es immer Camo. Für mich wirkt das so, als sei Camo ein etwas zu einfacher Ansatz für solche Zusammenarbeiten.

Manche der Schuhe in der Kollektion liegen mit ihren bulligeren Silhouetten aktuell voll im Trend, ebenso wie die gewählten Farben. War das pures Glück oder bist du einfach so ein guter Designer?

Pures Glück (lacht), denn die Designs sind schon anderthalb, zwei Jahre alt?! Die große Herausforderung daran, Dinge so weit im voraus zu planen, ist es, einen zeitlosen Aspekt einzubringen. Man versucht, nicht zu sehr auf aktuelle Strömungen zu achten. Und wenn man Dinge so weit im Vorhinein abliefert, gibt es für die Konkurrenz so viele Möglichkeiten, diese Strömungen zu verändern und dich wie einen Narren dastehen zu lassen. Also, das Ziel muss es immer sein, etwas zu kreieren, das im Moment funktioniert, aber dabei diesen zeitlosen Aspekt hat.


Die gesamte Kollektion von Puma x Han Kjøbenhavn-Kollektion ist jetzt in Han Kjøbenhavn Stores, auf HANKJOBENHAVN.com und PUMA.com sowie in Puma Stores und bei ausgewählten Händlern weltweit erhältlich.