Fero47 im JDStore

Fero47 Interview

Wir konnten den aufstrebenden Rapper nicht nur bei seinem Auftritt begleiten, sondern haben auch die Möglichkeit bekommen mit Fero47 ein Interview im JDSports Store in Köln zu führen.
Der junge Musiker konnte uns dabei spannende Einblicke in seine Musik und in sein Leben verschaffen.

Hi Fero47, erst einmal bedanken wir uns bei dir, dass wir die Möglichkeit haben im JDStore ein Interview mit dir zu führen.
Fangen wir mal mit deiner Single „JAJA“ an. Wie war das für dich, dass du mit deiner Debütsingle so durchstarten konntest?

Wir haben im ersten Moment nicht damit gerechnet, dass die Single so durchstartet. Ich hatte, um ehrlich zu sein, so ein Kribbeln im Bauch und war mir auch irgendwie die ganze Zeit unsicher, da es die allererste Single war, die ich released habe. Dann haben wir einfach das Video zu „JAJA“ rausgebracht und alles hat seinen Lauf genommen.
Außerdem denke ich, dass der Track nach vorne geht, eine sehr spezielle Energie transportiert und dadurch auch so unfassbar gut durch die Decke ging.
Ich hätte auf keinen Fall mit so einem Feedback gerechnet, aber manchmal passieren Dinge, die sehr unerwartet sind.

Also war es aus deiner Sicht extrem sinnvoll, diesen Track für dein Debüt zu nutzen oder denkst du ein anderer Song wäre besser gewesen für dein erstes Release?

Ich hatte zunächst einen anderen Song geplant, aber mein Manager und ich haben wirklich sehr lange diskutiert, da ich einen anderen Track releasen wollte. Aber er fand „JAJA“ als Debütsingle besser. Es war ein Hin und Her, aber schlussendlich haben wir uns dann doch auf „JAJA“ geeinigt und ich glaube das war keine falsche Entscheidung.

Inwiefern würdest du sagen, dass die Handyvideos mit denen du begonnen hast, deine Musik nach vorne gebracht haben?

Man darf nicht vergessen, dass ich mit diesen Handyvideos angefangen habe. Ich habe damit eine Fanbase aufgebaut und gesehen, dass diese Leute mich sehen wollten. Obwohl ich zu dieser Zeit noch kein richtiger Rapper war, haben die Menschen meine Instagram-Seite gefolgt und meine Musik gefeiert. Auf einmal hatte ich 30.000 Abonnenten. Dann 80.000 und am Ende habe ich bei 130.000 Followern meine Debüt-Single veröffentlicht.
Ich habe bemerkt, dass diese ganzen Leute die mir folgen meine richtigen Supporter sind und  auch wollen das etwas aus mir wird.
Jetzt fokussiere ich mich nicht mehr auf Handyvideos, aber manchmal lad ich eine Hörprobe hoch, um alte Erinnerungen aufzuwecken.

Also sind deine Handyvideos dein Fundament, weil du dir damit eine Community aufgebaut hast und dann kam die Musik noch dazu?

Ich würde es mit einer Waffe vergleichen: ich hatte mein Magazin, dann kam die Waffe und dann kam der Schuss.

Du hast einen kurdischen Hintergrund und sprichst dies auch gerne in deinen Liedern an.
Welcher Einfluss spielt deine Herkunft auf deine Musik?

Mir ist in erster Linie wichtig, dass die Menschen, die meine Musik hören, auch wissen wer ich überhaupt bin. Von wo ich herkomme und was ich eigentlich mache.
Ich würde dazu auch sagen, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters trete. Er kommt Mardin, aus dem Süd-Osten der Türkei. Dort ist es üblich, dass an den Kennzeichen der Autos eine zweistellige Zahl draufsteht, während bei uns ein Buchstabe zum Beispiel „F“ für Frankfurt eine Stadt oder ein Bezirk steht. Die Zahl „47“ soll die Stadt Mardin symbolisieren, deshalb hab ich mich schon als Kind mit dem Traum Rapper zu werden, Fero47 genannt.
Der Name Fero47 setzt sich aus meinem Spitznamen Fero und der Zahl zusammen und mit 12 Jahren habe ich mich dann überall so genannt.

Speziell in deinen Gesangssequenzen merkt man, dass deine orientalischen und kurdischen Wurzeln einen hohen Einfluss auf deine Musik haben.
Weshalb ist dieser traditionelle Sound so tief in deiner Kunst verankert?

Wir Kurden sind einer der ältesten Völker auf der Welt und wir haben schon damals die Musik in uns gehabt. Wenn man sich das mal anschaut, dann haben wir viele Künstler, die kurdische Wurzeln haben und sehr bekannt sind. Wir haben das musikalische einfach im Blut, wir sind so bisschen gefangen in dieser Musik, deshalb wollte ich diesen orientalischen Sound mit meinem Rap verschmelzen lassen und obendrein kommt es auch sehr gut an.
Ich versuche halt darauf zu achten, dass nicht zu viel davon in der Musik miteingebaut wird, sonst hat es am Ende nicht mehr so viel mit Deutschrap zutun.

Du stehst knapp vor eine Million Abonnenten auf Instagram, du hast weit über hundert Millionen Klicks und Streams auf deinen Songs.
Wie gehst du mit diesem Hype um?

Es ist einfach krass, weil es einfach eine komplette Wandlung ist, es hat sich einfach alles um 180 Grad gedreht.
Ich hätte um ehrlich zu sein nicht damit gerechnet, dass es so schnell so groß wird. Es hat sich alles irgendwie von heute auf morgen geändert, aber ich versuche damit korrekt umzugehen und habe mich durch diese neue Situation nicht verändert, da ich immer noch mit den gleichen Leuten chille und ich auch immer noch der gleiche witzige Typ bin.
Natürlich kann ich nicht so einfach durch die Innenstadt laufen, weil mich viele Leute erkennen. Ich mache gefühlt 50.000 Fotos und Autogramme, aber da muss man durch, auch wenn es anstrengend ist.

Die Fans haben natürlich auch Respekt vor deinem Privatleben, aber du möchtest deinen Supportern auch etwas zurückgeben, wenn du mit ihnen Fotos machst.

Natürlich, ich kann nicht so dreist sein und ein Foto oder ein Autogramm verwehren. Sowas würde ich einfach nicht können.

Gab es für dich eine spezielle Situation in der du bemerkt hast, wie groß dieser Hype um deine Person eigentlich ist?

Ich war bei meinem Cousin beim Friseur. Dann hat sich das herum rumgesprochen, dass ich in der Stadt bin, dies war auch zu der Zeit, als ich noch Handyvideos gemacht habe. Auf einmal kamen von allen Ecken Fans und ich habe bemerkt, dass ich mir wirklich nur durch Instagram einen Namen machen konnte.
Zu dem Zeitpunkt habe ich erst realisiert, dass ich Fans habe, die extra zu einem Friseur fahren um mich zu sehen. Dabei haben die sich gar nicht die Haare schneiden lassen..

HipHop und Fashion ist schon seit Ewigkeiten eng miteinander verknüpft. Wieso ist dein Style nur der Style von Fero47?

Ich hatte immer meinen eigenen Style und war eigentlich nie der Mitläufer. Um ehrlich zu sein, kenne ich mich mit Marken auch gar nicht aus und ich weiß nicht mehr was für Schuhe ich gerade anhabe.. (lacht)
Aber schon damals war das bei mir so, dass wenn ein Kollege coole Schuhe anhatte, die ich mir zu dem Zeitpunkt nicht leisten konnte, ich einfach andere angezogen hab.
Mir ist es egal, ob ich ein Shirt trage, welches 500,- oder 5,- Euro kostet. Wenn es mir gefällt, dann trage ich es einfach, der Preis ist bei mir nicht relevant.
Ich würde auch sagen, dass ich auch auf dem Boden geblieben bin, da ich nicht Unmengen an Geld für Kleidung ausgebe.

Du bist also nicht derjenige, der bei jedem Hype mitmachen muss?

Ich kenn Leute die hatten drei verschiedene Yeezys und haben die einfach nur im Wohnzimmer stehen. Ich hab mir einmal in meinem Leben Schuhe von Gucci geholt, die hatte ich zwei Stunden an. Das hat sich angefühlt als würde ich auf Holz laufen. Dann trag ich lieber meine bequemen Adidas Sneaker.

Zu guter Letzt: Wo geht deine Reise hin, was werden wir in nächster Zeit noch von dir hören?

Wir arbeiten gerade auf Hochtouren und sehr hart an meinem großen Projekt, meinem zweiten Album. Für den Jahresbeginn werden wir viel im Ausland unterwegs sein für die Single-Videoproduktionen
Vorweg kann ich zu dem zweiten Projekt sagen, dass wir nochmal eine Schippe draufgelegt haben. Es mir wichtig, mich jedes Mal aufs Neuste zu übertreffen.
Meine erste Single kam schon gut an, aber ich verspreche, das mein zweites Album nochmal besser wird.