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Anja Egger über den Pirelli x Puma Replikat X

Vor unserem Interview mit Anja Egger wussten wir mit quietschenden Reifen und Benzingeruch noch wenig anzufangen. Der Pirelli Replikat X lieferte jedoch einen guten Grund, um mit Pumas Marketingchefin für Motorsport einen Drift durch die Historie der rasenden Raubkatze hinzulegen. Die Brand bringt die Styles der Rennstrecke auf die Straße und setzt mit einem getunten Speedcat zum Bulky-Trend-Überholmanöver an.


Wenn man an die Verbindung zwischen Sport und Sneaker denkt, fallen die ersten Assoziationen zunächst auf Sportarten wie Running oder Basketball. In diesem Kontext sind Aspekte wie Energy Return oder Support relevant. Gibt es besondere Anforderungen, die der Motorsport ans Schuhwerk stellt?

Das Thema Footwear ist auch im Motorsport von großer Relevanz. Es ist super wichtig, zu fühlen, wie sich das Auto bewegt – insbesondere das Gas- und Bremspedal. Wenn du schnell fährst, kann der Bruchteil einer Bewegung einen großen Unterschied machen. Je flacher die Sohle ist, desto besser ist ein Schuh für den Motorsport geeignet.

Ich kann mir vorstellen, dass ein guter und fester Sitz ebenfalls wichtig ist.

Absolut. Wir nennen die schmale Silhouette die ‚Driver Sock‘. Das ist vor allem für den Performance Bereich relevant. In stundenlangen Formel 1 Rennen sind eine angenehme Passform und Support zentral. Eine besondere Herausforderung stellen auch 24-Stunden-Rennen.

Interview: Anja Egger über den Pirelli x Puma Replikat X

1998 entwickelte Puma mit dem Speedcat einen feuerfesten Schuh für die Formel 1. Wie gelang es der hochtechnologischen Silhouette den Mainstream zu überzeugen?

In den 1990ern waren zunächst chunky Schuhe modern, Streetwear-Konsumenten haben dann nach etwas Neuem gesucht. Der Speedcat überzeugte mit seiner intelligenten Silhouette: Er war im Alltag ein guter Begleiter und konnte sogar im Club getragen werden.

Interview: Anja Egger über den Pirelli x Puma Replikat X

Erfolgreiche Kooperation mit bekannten Brands wie Ferrari, BMW oder Porsche Design folgten. Wie kamen diese zu Stande?

Puma ist eins der wenigen Unternehmen, die über die Technologie verfügen, welcher es bedarf, um Rennkleidung zu entwickeln. Mit dieser Kompetenz ist es nur ist eine Kooperation mit Rennteams nur logisch. Auch bei den genannten Brands handelte es sich um die jeweiligen Rennteams, die Kooperationen entstanden also ganz natürlich. 

Wo wir schon beim Thema Rennfahren sind: Bist du selbst im Motorsport aktiv

Am Anfang meiner Karriere hatte ich absolut nichts mit Motorsport zu tun. Mit meinem Job in einem Unternehmen, in welchem dieser Sport jedoch ein zentrales Thema darstellt, wurde ich da hineingeschmissen. Als ich dann das erste Mal geschäftlich bei einem Motocross-Rennen war und sah, wie etwa 30 Bikes durch eine super enge Kurve rasten, hat mich das gepackt. Seitdem bin ich ein großer Motorsportfan. Ich glaube, dass jeder, der in einem Auto sitzt, das unter Betätigung der Handbremse auf der Rennstrecke die Kurve nimmt, von der Begeisterung für den Sport angesteckt wird. Selbst aktiv bin ich jedoch nicht.

Interview: Anja Egger über den Pirelli x Puma Replikat X

Adrenalin und Geschwindigkeit begeistern im Motorsport – was macht jedoch den des Styles aus?

Da Motorsport recht teuer ist, sind Sponsoren ein wichtiger Part. Diese zieren selbstverständlich auch die Bekleidung: Das Logo-Placement prägt den Style des Motorspots. Generell hat sich in den letzten Jahren die Art, wie Trends entstehen, verändert. Konsumenten ließen sich von der Fashion Industrie beeinflussen, heute ist eher das Gegenteil der Fall. Die Industrie richtet sich nun danach, was auf der Straße passiert. Und die Autoszene wächst. Wenn du dir beispielsweise die deutsche Tuningszene ansiehst: Da geht eine Menge ab. Die junge Generation interessiert sich für Autos, für die Optik und die Handhabung. Und was im Bereich des Designs ankommt, findet auch eine Übersetzung in die Streetwear.

Interview: Anja Egger über den Pirelli x Puma Replikat X

Apropos Inspiration: Puma hat sich in einer neuen Kollektion buchstäblich von der Straße inspirieren lassen. Wie gestaltete sich die Kooperation mit dem Reifenhersteller Pirelli?

Ein Schuh braucht Grip auf der Straße. Niemand möchte einen rutschigen Schuh. Genauso ist es mit Reifen. Dass sich unser Designteam also von dem markanten Profil eines Reifen inspirieren ließ, war naheliegend. Und weil Produkte im Motorsport immer in Zusammenarbeit mit Partnern entstehen, ergab sich die Kooperation mit Pirelli als logischer Schritt. Zumal Pirelli der offizielle Reifenlieferant der Formel 1 ist, die wir auch unterstützen.

Zu Beginn hast du den Bulky-Trend der 90s erwähnt, auf den dann der low-profile Speedcat folgte. Einen ähnlichen Umschwung können wir nun auch beobachten. Was hält Puma für Motorsportfans in der nächsten Zeit bereit?

Wir haben bereits begonnen, die originale Version des Speedcat an Influencer und Ambassadors zu senden und waren überrascht, wie hungrig diese nach neuen Pieces waren. Es hat sich zuletzt alles um chunky Sneaker gedreht – irgendwann ist dann Zeit für etwas Frisches. Da sich die Mode der 90er von dem heutigen Style doch unterschied, war es spannend zu sehen, wie der Speedcat in moderne Looks integriert wurde. Gegen Ende des Jahres bringen wir drei Colorways des Schuhs in limitierter Anzahl zurück. Zudem arbeiten wir an verschiedenen Updates des Speedcat. Ich würde sagen: Behaltet eure Augen offen!