×

Eine Sammlung im Wert von mehreren Millionen

Interview: Der größte Vans-Sammler der Welt

Der Australier Henry Davies hat seine Sammlung zum Archiv umgebaut, da er ohnehin mehr Vans-Modelle als der Rest der Welt hat. Wir trafen den entspannten Sammler auf der Fashionweek bei dem #waffleheads-Event in Paris und sprachen über seine Sammlung.


Zunächst: was bedeutet eigentlich dein Name “Pillow Heat“?

Das kommt von meinem Shop, den ich „The Other side oft he pillow“ (dt. andere Seite des Kissens) genannt habe. In Sidney ist es auch nachts noch ziemlich heiß, deswegen dreht man das Kissen um, auf die kühlere Seite. Da mein Shop hauptsächlich coole Sachen anbietet, passt das. Auf Instagram brauchte ich einen kürzeren Namen und da man in der Sneakerszene bei coolen Schuhen gerne mal von „Heat“ spricht, war der Name geboren.

Du beschreibst dich selber als Historiker, also ist deine Sammlung eher ein Archiv?

Ganz genau. Es war von Anfang an mein Bestreben die Geschichte der Marke Vans festzuhalten und für spätere Generationen zu archivieren. Natürlich verkaufe ich auch hier und da ein paar Schuhe, dann aber auch nur, um das Archiv weiter auszubauen und neue Geschichten zu erzählen. Und das ist mir am Ende des Tages am wichtigsten: Geschichten erzählen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Vans-Archiv anzulegen und was willst du damit bezwecken?

Vor zehn Jahren war ich in Anaheim, Kalifornien im Headquarter von Vans. Ich wollte sofort das Archiv der Marke anschauen gehen, woraufhin ich ein „Archiv? Was für ein Archiv?“ als Antwort bekam. Daraufhin kam mir die Idee, einfach selber dieses Archiv zu errichten, der Brand damit Arbeit abzunehmen und im besten Fall von meiner Leidenschaft leben zu können. Damit weitermachen zu können, was ich liebe, war die eigentliche Motivation dahinter. Sozusagen eine Passion, die zu einer Business-Idee wurde.

Was war aus deiner Sicht die beste Ära bei Vans?

Da gab es einige gute Momente, aber ich würde vermutlich Ende 70er und Ende 80er sagen. Als die Bindung zur Skateboarding-Szene immer stärker wurde und Charaktere wie Tony Alva Teil der Brand wurden. Die Skaterszene hatte mehrere Höhen und Tiefen. Mitte der 80er wollte kaum einer mehr skaten und BMX war das nächste große Thema. Bis im Jahr 1987, als das Checkerboard-Muster gehypt wurde und das Rollbrett wieder ein Revival hatte und es auch der Marke wieder besser ging. Zu der Zeit kamen die besten Produkte, mit der besten Qualität und dem besten Style heraus. Zum Beispiel der Era, Sk8-Hi oder Oldschool.

Aus welchem Jahr ist dein ältester Sneaker?

Ich habe ein Paar Vans aus dem Jahr 1966, also dem ersten Jahr der Marke, von einem Typen auf Ebay gekauft. Brandneu in der Originalbox. Leider konnte mir der Kerl nicht sagen, wo er den Schuh herhatte – immerhin lagen die Schuhe seit über 40 Jahren bei ihm im Keller rum.

Wie viel ist deine gesamte Sammlung wert?

Ich selber habe bestimmt über 100.000 Pfund für diese Sammlung ausgegeben. Wenn mir jemand eine Millionen Pfund anbieten würde, wäre das vermutlich fair, aber ich würde es trotzdem nicht machen.

Vans hat bereits früh in ihrer Karriere auf Skater gehört und mit deren Feedback neue Produkte erschaffen. Was würdest du der Marke heutzutage raten?

Das fällt mir leider nicht so einfach, da alles, was ich an der Marke liebe, aus der Vergangenheit kommt. Doch wenn ich etwas bei Vans anregen könnte, wären es die mobilen Customization-Stände in den Stores. Zu ihrer Anfangszeit hatten die Van Doren Brüder den Laden unmittelbar vor ihrer eigenen Fabrik. Man konnte also mit einem bestimmten Stoff wie Wildleder oder vielleicht einer alten Gucci-Tasche, zum Laden gehen und innerhalb eines Tages wurde ein persönliches Custom produziert. Das selbe galt für Colorways, die nicht verfügbar waren. Einfach an der Kasse seine persönlichen Präferenzen angeben und 24 Stunden später hält man sein ganz eigenes Modell in der Hand. Das war ein unglaubliches Konzept, das die Marke bereits vor über 50 Jahren vorgestellt hatte.

Du bist zudem Teil der “Waffleheads”. An wen richtet sich diese Kampagne?

Es soll an Jeden gerichtet sein. Sowohl an die alte Generation, welche die Marke seit Jahrzehnten begleiten, als auch Kids, die Spaß daran haben, ihre Vans zu rocken und umzugestalten. Egal ob du aus der Fashion-Ecke kommst oder mit den Schuhen skaten willst – die „Waffleheads“-Kampagne spricht sie alle an.

Und zum Schluss: gibt es irgendwelche Vans, die du noch suchst und was ist dein Holy Grail?

So viel fehlt da gar nicht mehr. Vielleicht ein paar wenige Paare aus den frühen 70ern. Mein persönlicher Holy Grail ist der Alva im „blue/red/blue“-Colorway aus dem Jahr 1976.

Mehr zu Henry und den Waffleheads gibt es hier:

Webshop
Blog
Facebook
Instagram
Waffleheads