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Interview: Kickz-Geschäftsführer

Wir treffen den Geschäftsführer von Kickz Christian Grosse und Creative Director Atith Kotsombat, in Berlin auf dem „LeCrib“-Event zu Ehren von LeBron James und dessen Besuch in der Hauptstadt.


Unter dem Motto „More than an Athlete“, das die Worldtour von Lebron James begleitet, stellt Kickz bei ihrem Event alles rund um den König des Basketballs vor. Vom Swoosh Barber Shop bis zum kleinen Heimkino, Live-Act und natürlich der aktuellen Kollektion ist alles am Start inklusive Schoko-Törtchen und Drinks.

Selbst eine Verzögerung beim Release des LeBron x John Elliot Icon kann der Stimmung nichts anhaben. Zumal Sneakerheads schon beim Launch des Nigel Sylvester am frühen Morgen auf Ihre Kosten gekommen sind.

Im Hinterhof, in dem bei der Pop-a-Shot Anlage fünf Baller mit dem höchsten Highscore Tickets für das Nike  ‘Meet the King’ Event gewinnen können, auf dem auch LeBron höchstpersönlich mit dabei sein wird, treffen wir Christian, seines Zeichens Gründer und Geschäftsführer von 
Kickz und seinen Wingman Atith.

Ist das Event zu deiner Zufriedenheit? Läuft alles so wie ihr es euch erhofft habt?


Christian: Es sind genau die richtigen Jungs und Mädels hier. Das Produkt ist im Mittelpunkt. Es ist dieses ganze Thema: LeBron James ist in der Stadt und sorgt für einen coolen Spirit. Man spürt es vor allem hier in der Torstraße: du bist mitten in der Mitte der Mitte. Jeder Weg führt hier vorbei und wir haben das ganze recht cool umgesetzt. Dieses „LeCrib“-Konzept mit verschiedenen LeBron James Stationen und das Swish-A-Shot Spiel hier, bei dem man Tickets gewinnen kann, um den King höchstpersönlich zu sehen – all das sorgt für einen guten Vibe.

Wie hast den Release der Icons wahrgenommen? Die Auslieferung war nicht ganz termingetreu, oder?

Christian: Mit den Releases kann es schonmal Schwierigkeiten geben. Wenn wir uns jetzt angucken, was bis zum April nächstes Jahr an Schuhen kommt, an Realeases, für die Leute vor unserem Store  übernachten werden – das ist eine Pipeline voller unfassbar krasser Produkte, die alle drei Tage hier jetzt droppen werden. Die Schuhe kommen alle immer sehr kurz vorher an, dass die rechtzeitig im Store sind, ist immer ein bisschen Glückssache und sagen wir mal bei jedem hundertsten Release geht es schief. Da klappt dann irgendwas auf dem Weg dahin nicht, weil es so knapp ist. Manche werden nicht früher verschickt, damit sie nicht schon früher in Umlauf kommen und die Fotos noch nicht das WWW fluten. Deswegen werden solche spitzen Releases auch in letzter Sekunde rausgeschickt, weswegen es heute leider nicht ganz geklappt hat. Nun ist es so, dass ein paar Modelle später kommen, jedoch ist das daily Business in dieser Szene, wofür auch alle Parteien einigermaßen Verständnis haben.

Ihr hattet heute auch den Release vom Jordan x Nygel Silvester in eurem Store. Wie stehst du zu der Thematik Resell?

Christian: Also ich finde es ganz schlimm, wenn sich Retailer an solchen Machenschaften beteiligen. Also klar könntest du Schuhe mit VK 200 Euro teilweisefür 2000 Euro verkaufen, aber so etwas machen wir nicht. Wir verkaufen die Schuhe zu ihrem regulären Retailpreis und der Kunde kann dann entscheiden. An sich ist am Resell nichts verkehrt. Erstens gibst du den Leuten die Möglichkeit, die den Schuh nie gekriegt hätten, auf dem Zweitmarkt zu kaufen. Und zweitens kannst du so dein Know-how und das Interesse für das Produkt entwickeln. Junge Leute können dann entscheiden „Wenn ich mir den Schuh hole, bringt der mir 3000 Euro – damit kann ich ja einiges anstellen." Dann holst du dir den Schuh und dann kaufst dir noch eine Balenciaga-Cap dazu und bist in deiner Welt, in der du dich modisch und persönlich entwickeln möchtest auch ein Stückchen weiter. Deswegen finde ich das vollkommen in Ordnung. Es ist Teil des Geschäfts und es wäre albern, wenn die Leute sagen "du musst die sofort anziehen und einmal hier durch den Matsch laufen sonst kriegst du die Schuhe nicht!" Klar freut man sich, wenn der Kunde, der sich anstellt, die Schuhe trägt, aber wenn du guckst, was die an den Füßen haben, die sich anstellen, sind das auch meistens super limitierte, coole Schuhe. Und wenn die dann einen Release ab und zu verkaufen ist das nicht schlimm. Sie sind dennoch ein Teil der Szene. Wir haben hier keine Leute stehen, die sich gar nicht für das Thema interessieren und einfach nur Kohle machen wollen. 

Ich finde das ist alles legitim und da sollte man als Händler auch nicht seine Rolle überbewerten. Du bist im Endeffekt ein Sneaker-Händler und eine große Kunst limitierte Schuhe zu verkaufen, ist es auch nicht. Also braucht sich auch keiner wichtig machen mit irgendwelchen Spezial-Regeln.

Welche Rolle spielt die Basketball-Thematik für das Unternehmen Kickz?

Atith: Basketball ist das Zentrum unserer DNA, was nahezu durch jede Ader im übergreifenden Unternehmen fließt. Ohne diesen elementar wichtigen Baustein wäre Kickz nicht existent. Das Thema hat und wird uns stets positiv in die Karten spielen, da ich u.a. fest davon überzeugt bin, dass ein erfolgreiches und langfristiges Retail-Konzept auf ein scharfes, konzentriertes und exklusives Profil basiert und darüber nachhaltig profitieren wird.
 
Der Baller war schon immer der coolere Athlete und aus diversen Perspektiven Vorbild für viele Kids, Fans und Sportler aus den verschiedensten Kategorien. 
Die NBA aus Performance-Sicht sowie NYC, the Mekka of Pick-up BBALL, sind natürlich DIE Epizentren des Geschehens und auch permanente Schauplätze für Street- /Sports Fashion Bewegungen (Off Court). Diese Energie ist für unser Konzept enorm wichtig. 
 
"The Look of Basketball“ und die dahinter stehende Attitude ist in der aktuellen Streetwear- & Fashion Entwicklung wahnsinnig relevant und sehr wertvoll für uns. Einen Basketball-Schuh kannst du z.B. jederzeit ästhetisch und cool tragen, um Flagge zu zeigen. Das ist bei einem Cricket Spieler nicht möglich. Der will dann schliesslich so aussehen wie ein Baller, obwohl er die falsche Sportart gewählt hat.

Hinzu kommt das Lifestyle-Element, der urbane Auftritt und der selbstverständliche Einfluss vieler Subkulturen, wie zb. Hip Hop, Streetwear etc., was wir nun seit 25 Jahren stark etabliert und weiterentwickelt haben, um die Linie zwischen On- und Off-Court stetig zu eliminieren und dessen Verbindung zu festigen. Wir können beides, immer zur selben Zeit und setzen „Basketball“ einfach vielseitig ein. Deswegen sind wir in unserem Auftritt so unique, so facettenreich aufgestellt und stehen nicht wie so ein "Random Sneaker Store" da. "Kickz stands for Culture, one court at a time“.

Wie seht ihr das Standing von Basketball in Deutschland?

Atith: Sportlich gesehen rückt Basketball nach wie vor noch etwas im Hintergrund, wobei die kulturelle Drehscheibe in Deutschland schon immer sehr präsent war.
Trotzdem spüren wir stetiges Wachstum und Begeisterung für den Sport, vor allem bei der jungen Zielgruppe. Das war vor ein paar Jahren nicht so selbstverständlich, da sich meistens andere Sportarten in der Wahl durchgesetzt haben.
In den späten 90ern und Anfang 2000er gab es ein paar richtig coole Tournament-Formate wie zb. die Sprite NBA Tour, T-D1-Tour oder die Adidas Streetball Challenge, welche für ganz ordentlichen und bundesweiten Hype um den Sport gesorgt haben. Nach Dirk Diggler sicherlich eine der größeren BBALL Highlights im Land, was wir sehr vermissen. 
 
Das Coole an dem Sport sind die flexiblen Spielmöglichkeiten. Du kannst alleine ein paar Körbe werfen, 1:1 im Hof, 3:3 auf dem Freiplatz oder 5:5 in der Halle zocken. Einfach der einzig echte Inner-City Sport, wobei du im Vergleich zu Fussball schon etwas eingeschränkter bist.

Im Basketball sind Sneaker elementarer Bestandteil auf dem Platz und neben dem Platz, was sind deine Favoriten. Also Off-Court/ on-Court?

Christian: Also ganz klar auf dem Platz, der Schuh mit dem du am höchsten springen kannst, mit dem du am besten den Ball spielen kannst, den auch die meisten von der Dunk-Elite anhaben, ist der K1x Anti Gravity. Der beste Schuh! Du stehst mit der Ferse tief drin, der ist robust der ist passend, das ist der beste Basketball Schuh, den ich kenne. Abseits des Platzes den Lazy Lay-Up High in Weißm – mein Markenzeichen.

Atith: Talkin’ about Sneaker Culture and its History… war es ein Basketball Schuh, der die globale Leidenschaft und Begeisterung zu einem Turnschuh bei vielen Fans, Sammlern und Konsumenten erst richtig geprägt hat. On Court würde ich ganz klar den K1X Anti-Gravity auf Platz 1 stellen. Ein Großteil der Dunk Elite ist mit dem Schuh in der Luft unterwegs, das erklärt einiges… Abseits des Platzes ist ein cleaner/weisser Air Force 1 Low mein all time Classic.

Wer Bock hat in die Basketball-Welt einzutauchen, sich neue Sneaker zu holen oder 1:1 gegen Christian oder Tith spielen möchte, sollte definitiv im Kickz Premium Store in der Torstraße 86 in Berlin vorbeischauen. Bei unserem nächsten Berlin Aufenthalt, kommen wir auch gerne wieder vorbei.