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Vegan und provokant

Labelfeature: Rombaut

Vegane Sneaker haben immer noch ein unhippes Nischen-Image. Der Belgier Mats Rombaut dagegen versteht es, seine Marke nicht in der Öko-Ecke verstauben zu lassen – durch Sneaker mit Hip-Faktor und provokante Kampagnen, bei denen man nicht wegschauen kann. Wie eine belgische Brand es geschafft hat, mit veganen Entwürfen international in aller Munde zu sein.


Labelfeature: Rombaut

Wenn es das, was man gerne tragen würde, auf dem Markt nicht gibt, dann muss man es eben selbst machen. Unter diesem Motto hat auch Mats Rombaut 2013 mit seinem gleichnamigen Label eine Kollektion gelauncht. Der Anspruch: Schöne Schuhe ohne den Einsatz tierischer Produkte. Doch von der Idee bis zur international beachteten Marke war es ein langer Weg. 

Labelfeature: Rombaut

Die meisten Jungdesigner fangen klein an. Mats Rombaut zieht es jedoch gleich aus seiner Heimatstadt Gent in die Modemetropole Paris. Dort steigt er zwar nicht direkt ins Design-Business ein, absolviert jedoch ein Praktikum bei einer renommierten Mode-PR-Agentur, die große Namen wie Raf Simons vertritt. Im Anschluss macht Rombaut einen großen Schritt nach vorne und arbeitet bei Lanvin in der Produktentwicklung, was ihn und sein Denken nachhaltig beeinflussen wird.

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Während die Arbeit bei solch einem großen Modehaus ihm viele Türen öffnet, kann Mats die Verarbeitung von Leder und Pelz immer weniger mit sich und seinem Gewissen vereinbaren. Er verzichtet auf Fleisch und setzt sich mit dem Thema Tierzucht auseinander. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt geben ihm zu denken. 2008 produziert Mats erstmals Sneaker für Lanvin. An diese Erfahrung anknüpfend, beschließt er, sich mit einer eigenen Brand auf die Herstellung von Schuhen zu spezialisieren. Zu jener Zeit ist das Angebot an veganen Schuhen auf dem Markt noch sehr knapp.

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»Ich habe Rombaut gegründet, um auf Pflanzen basierte Schuhe zu designen, die ich selbst gerne tragen würde, ohne dass dafür Tiere getötet werden müssen«, so der Designer. Er beginnt zu recherchieren, wie man einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Produktionsprozess in Gang bringen kann. An erster Stelle steht natürlich die Frage, welche Materialien sich jenseits von Leder nutzen lassen, um einen hochwertigen Schuh herzustellen. Am Ende liefern unter anderem Baumrinde, Naturkautschuk, Baumwollcellulose und Kokosfasern die Antworten.

Labelfeature: Rombaut

Parallel zu seiner Schuhproduktion beginnt Mats, auffallend »hässliche« Schuhskulpturen aus Gemüse zu basteln – mit dem Hintergedanken, das vegane Image seiner Marke Rombaut zu stärken. Ein Sneaker aus Sushi, ein High Heel mit Kaktus-Stöckel oder eine Sandalette mit Bananenriemchen – Ästhetik steht hier wahrlich nicht an erster Stelle, die Botschaft umso mehr! Auch sonst sind die Kampagnen von Rombaut alles andere als konventionell. Oder besser gesagt: Nicht das, was man von einem nachhaltigen, veganen Label erwarten würde. Mats schreckt nicht zurück vor provokanten Bildern, wie Models, die in Schuhe sabbern oder schwitzenden Körpern, die sich umeinander winden. Auch die neueste Kampagne strapaziert deutlich die Grenzen des guten Geschmacks: Verpackt als trashiger TV-Spot, wird hier die aktuelle Kollektion angepriesen – mit übertriebenem Make-up und schlecht sitzenden Perücken wird eine Hommage an altmodische Teleshopping-Kanäle inszeniert. Als Video-Direktor hat Rombaut Boris Camaca ins Boot geholt, der für seinen Hang zum Kitschigen und Künstlichen bekannt ist: »Videos erzählen mehr über das Produkt und geben den Schuhen eine zusätzliche Dimension«, so Rombaut.

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Doch bei all dem Spaß steht auch in der aktuellen Kollektion der Aspekt der Nachhaltigkeit an oberster Stelle. Rombaut hat nun beispielsweise den Einsatz von Beschichtungen noch einmal reduzieren können. Das neue Modell Protect Hybrid besteht aus dem veganem Leder Piñatex, Baumwoll-Canvas, Mesh-Einsätzen sowie einer EVA-Sohle und kommt in den Colourways »Rose« und »Carbon« auf den Markt. Der Bestseller des Hauses, der Boccaccio Sneaker, darf sich diese Season über ein farbliches Update freuen. Besonders markant ist die Variante »Tiedye«, die mit einer orangefarbenen Batik-Optik überzeugt. Benannt ist der Boccaccio übrigens nach einem Club in der Heimat des Designers, Belgien. Wer sich traut, pimpt den Sneaker mit passenden Cowboy-Stiefel-Schäften. Strahlend weiß, mit einer neongrünen Hanfpflanze bedruckt, lässt sich so ein simpler Schuh mit wenigen Handgriffen in einen »Cowboy-Sneaker« verwandeln. Mutige Fashion-Statements und umweltbewusster Innovationsgeist – ein Paradebeispiel für Rombaut  als Designer und als Marke.

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