×

3-Streifen für ein Halleluja

Sammlerporträt: Tobias Platzer aka Hypetobs

Tobis Liebe für Adidas geht bis unter die Haut: Er trägt ein Tattoo mit den ikonischen drei Streifen. Woher rührt die Begeisterung des 25-Jährigen zu der Brand aus Herzogenaurach? Und wie kommt man im Bayerischen Wald an unveröffentlichte Futurecraft-Samples? Wir haben den gelernten Webentwickler mit dem Trefoil dazu befragt.


#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Wann hast du angefangen, dich für Sneaker zu interessieren?

Ich habe damals in einer Zeitschrift vom sogenannten Adidas Yeezy Boost 350 »Oxford Tan« gelesen und mir gedacht: »Uff, 200 Euro für einen Schuh, das ist schon ein bisschen heftig.« Aber ich wollte es mal probieren und hab mich abends vor den Rechner gesetzt. Leider waren schon damals die Server überlastet und so bekam ich meinen 350er natürlich nicht. Aber beim »Pirate Black 2.0« war dann alles anders und ich konnte ihn direkt über Adidas kaufen. Damals war ich so glücklich, dass ich zitternd auf die Knie gefallen bin und mich wie ein kleines Kind gefreut habe.

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Dein Instagram suggeriert, dass du ein Hypebeast bist – liege ich da richtig?

Als ich mich nach meinem »Pirate Black«-Kauf meinem Hobby, der Fotografie, widmete, wollte ich die paar Schuhe, die ich bisher schon hatte, auch etwas zur Schau stellen. Da die Fotos in meinen privaten Feed nicht wirklich reinpassten, habe ich mir einen zweiten Instagram-Account erstellt, der damals noch anders hieß. Aber der Benutzername war einfach zu lang, zu kompliziert und zu unverständlich. Also musste etwas Kürzeres her und da eignete sich @hypetobs ganz gut. Hype ist für mich alles, worüber die Leute aktuell sprechen und sich austauschen. Das müssen nicht zwangsläufig Schuhe sein, das kann für mich auch Mode allgemein, Technik oder Ähnliches sein.

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Welchen Hype fandest du in den letzten zwei Jahren gerechtfertigt? Und bei welchem Phänomen konntest du ihn gar nicht nachvollziehen?

Yeezy, Ultraboosts und natürlich auch die komplette Nike × Off-White-Kollektion waren in den letzten zwei Jahren für mich der Inbegriff von Hype. Wenn man über Schuhe gesprochen hat, dann fiel sofort einer der drei Begriffe. Ich konnte mich damit komplett identifizieren und Nike hat sogar mich als bekennenden Adidas-Fan dazu bekommen, mir einen großen Teil der »The Ten«-Kollektion zuzulegen.

Was ich aber gar nicht verstehen konnte – und das bezieht sich jetzt nicht auf Schuhe, sondern auf Mode im Allgemeinen – ist dieser schnelle Wechsel zwischen den Marken. Es gibt Menschen, die bleiben einer Marke treu und gehen mit dieser Marke durch Höhen und Tiefen – hier fällt mir zum Beispiel @qu0te ein, einer der größten Adidas-Sammler der Welt. Ihn  würde ich auch schon fast als Brand Ambassador bezeichnen. Aber dann gibt es auch Leute da draußen, die einfach nur von einem Trend zum anderen springen und sowas finde ich schade. Ich hingegen suche mir meist einfach Teile raus, die mir zusagen und die ich auch haben und tragen möchte. Aber jedem das Seine.

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Welche Sneaker hätten den Hype verdient, werden aber von der Masse übersehen

Ich sehe da Schuhe wie den Adidas Yung-1, P.O.D. oder Nite Jogger. Jede dieser drei Silhouetten hat ihre eigene Geschichte, ist bequem, preiswert und sieht gut aus. Meiner Meinung nach könnte man aus dem P.O.D. viel mehr machen, weshalb ich mir dafür auch schon ein kleines Konzept überlegt habe. Vielleicht kann ich das in Zukunft ja mal zeigen.

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Du postest in erster Linie Adidas-Sneaker. Was begeistert dich so sehr an dieser Brand?

Für mich ist Adidas die Sportmarke schlechthin. Ich verbinde mit den drei Streifen auch meine Kindheit. Beim Fußball war der Ball von Adidas. Beim Joggen trug ich ein Adidas-Laufshirt. Kombiniert mit der heutigen Zeit, in der Adidas in Sachen Design, Innovation und Nachhaltigkeit eine der führenden Marken überhaupt ist, stellt Adidas die perfekte Brand für mich dar.

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Oft sieht man auch unveröffentlichte Samples von Futurecraft-Modellen auf deinem Kanal. Wie kommst du an solche Schuhe?

Das ist und bleibt mein Geheimnis. Nur so viel dazu: Ab und an bin ich in Herzogenaurach unterwegs und dann sind meine Kamera und das eine oder andere Sample nicht weit entfernt.

Vor Kurzem äußerte sich Matt Welty von Complex recht kritisch über das vergangene Jahr von Adidas. Wie hast du die Marke 2018 wahrgenommen?

Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass 2018 deutlich von Nike dominiert wurde. Ich muss Welty da klar recht geben und finde, dass man manche Silhouetten nicht so stark »ausschlachten« sollte. Die x-Milliarden Colourways von Ultraboosts oder NMDs waren meiner Meinung nach einfach zu viel. Dass man dann noch alte Yeezys ge-restocked hat, fand ich ziemlich schade – so ging die Exklusivität flöten, auch wenn man damit die breite Masse begeistern konnte.

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Was wünschst du dir 2019 von den Brands?

Der Trend zu den Neuauflagen von Schuhen wie dem Falcon Dorf beziehungsweise jetzt Yung-1 und dem Nite Jogger finde ich super. Sowas sollte man fortführen und eventuell wieder eine Art Consortium-Tour mit den verschiedenen Sneakerstores starten.
Worüber ich mich aber am meisten freuen würde: Wenn manche Brands wieder mehr auf die Community hören würden. Lasst mal die Leute ran, die sich damit leidenschaftlich auseinandersetzen, eventuell bei einem Community-Event oder einem Wettbewerb. Ich wäre sofort dabei!

Und zuletzt: Welcher Hype soll dieses Jahr sterben?

Jogginghosen in die Socken zu stecken, nur weil diese von Off-White oder sonst wem sind. Lasst es einfach!

#praisethecollector: Tobias Platzer aka Hypetobs

Mehr von Tobi gibt es hier.