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Fuck you we do what we want.

Step it up: Aus der Norm? Auf die Fresse!

Wer seine Leidenschaft für Sneaker und Streetwear nicht nur mit Freunden, sondern auch im Netz teilt, wird häufig mit diffamierenden Kommentaren konfrontiert. Doch männliche wie weibliche Sneakerheads sind nun mal queer, dick, of Color – verschieden eben. Und das sollte längst allen klar sein! 

Durch wessen Augen wir die Welt sehen, hängt mitunter davon ab, wer hinter den Kameras sitzt, die diese Welt auf unsere Screens bringen. Aus Gründen struktureller Diskriminierung ist das häufig keine selbstbewusste Ace Tee, die ihr Video zu »Bist du down« gemeinsam mit ihrer ausschließlich aus Frauen bestehenden Crew gedreht hat. Im Normalfall sind es Cis-Männer, die entscheiden, wer in welchem Licht wo erscheint. Werbung, Film und TV bedienen üblicherweise den Male Gaze, also den männlichen Blick – denn in unserer Gesellschaft gilt der besserverdienende Mann nach wie vor als wichtigster Konsument. Dieser möchte in der Werbung und auf Instagram anscheinend am liebsten halbnackte Frauen sehen, die wie rein zufällig den neusten Heat an den Füßen tragen. Und diese Frauen sollen natürlich den normativen Schönheitsidealen entsprechen. Tun sie das nicht, gibt es in sozialen Netzwerken auch schnell mal auf die Fresse. Darum ist es wichtig, dass alle sich so zeigen können, wie sie sich fühlen – ohne Angst vor diffamierenden Kommentaren. Dabei geht es nicht um Ausgrenzung, sondern darum, alle so sein zu lassen, wie sie sind. Dann kann auch nacktes Sneaker-Posing Spaß machen und ermächtigend sein.  

Da Fatshaming, Rassismus und Queerfeindlichkeit aber auch in der Sneakerzene verbreitet sind, beziehen mittlerweile viele Labels immer häufiger Stellung und positionieren sich beispielsweise auf der Seite von queeren Konsument*innen: So veröffentlichte Converse 2016 die von den Regenbogenfarben der LGBTQ-Bewegung inspirierte Pride Kollektion, und Nikes neueste Kampagne »Kiss My Airs« ziert die queere US-Schauspielerin Ruby Rose. Rihanna taucht die androgynen Models für ihre Fenty-Kollektion-Kampagne mit Puma in rosa Spitze und featured in erster Linie Personen of Color.  

Diese kleinen Schritte in der Werbung zeigen, dass die Community wahrgenommen wird. Es gibt immer mehr erfolgreiche Instagrammer*innen und Blogger*innen, die sich nicht an Schönheitsidealen orientieren, sondern ihr eigenes Ding machen. Allen voran »Queer Vanity«, betrieben von Hengameh Yaghoobifarah. Der Blog zeigt intersektionale Künstler*innen wie Alok Vaid-Menon oder Twerk-Legende Fannie Sosa. Sie erzählen in inspirierenden Interviews von ihrer Kunst, persönlichen Erfahrungen und ihrem Zugang zu Mode. The Curvynista feiert ihre Kurven nicht nur in ihrem Namen, sondern auch, indem sie sich in freshen Looks und heißen Sneakers ablichtet. @tante_turnschuh, @tornschuhjette und @selmaksebaggh zeigen Frauensneaker in lässigen Posen und sportlichen bis eleganten Looks. Die Autorinnen von Femyeah sind ohnehin alte Hasen im Business und wissen, wie man einen Schuh in den Fokus rückt, ohne sich dabei selbst zum Objekt zu machen. So bekommt der Sneaker auch die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Je mehr Diversität die Online-Community vorlebt, desto mehr Akzeptanz gibt es bald hoffentlich für alle Sneakerheads in der gesamten Szene.