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Wu-Tang Clan ain't nothing to F*ck with

What ever happened to… Wu-Wear

Viele Hip-Hop-Brands hatten in den 90ern bis zum Millenium einen Hype genossen, der heute nur bei Off-White oder Supreme zu spüren ist. Doch was wurde aus ihnen? Wir haben uns Wu-Wear etwas genauer angeschaut und überprüft, wo die Brand vom Wu-Tang Clan heute ist.


Es ist 1993, die Veröffentlichung von »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« läutet die Renaissance des New Yorker Hip-Hops ein. Der Sound aus Shaolin ist rough und raw, bereitet den Weg für andere Künstler aus den fünf Boroughs wie Mobb Deep, Nas und Notorious B.I.G. Das Album ist ein kommerzieller Erfolg und wird 1995 sogar Platin zertifiziert – Hip-Hop ist im Mainstream angekommen. Die Beliebtheit von Wu-Tang-Bootleg-Shirts bringt Executive Producer Oliver »Power« Grant auf eine Idee: Mit Wu-Wear gründet erstmals ein Hip-Hop-Act seine eigene Klamottenmarke.

What ever happened to… Wu-Wear

Anfang der 90er-Jahre sind die Hip-Hop- und Fashion-Welt noch nicht so eng miteinander verflochten wie heute. Die erste Kollektion besteht einfach nur aus T-Shirts mit Wu-Tang-Grafiken als Siebdruck. Die Rapper beteiligen sich nicht am kreativen Prozess der Wu-Wear-Marke, sondern konzentrieren sich lieber auf die Musik. Doch Power weiß, dass in der Marke mehr Potenzial steckt als Merchandise für Fans des Clans. Er hatte schon immer ein Auge für Mode und macht sich viele Gedanken zu den Outfits, die seine Künstler in den Musikvideos tragen sollen. Raekwons legendäre Polo Sport »Snow Beach«-Jacke aus dem »Can It All Be So Simple«-Video ist nur ein Beispiel dafür. Ralph Lauren und Tommy Hilfiger dienen als Inspiration für den neuen Weg, den Power mit Wu-Wear verfolgen will. Die Zielgruppe soll nicht mehr nur aus Hip-Hop-Heads bestehen. Neben klassischen Sportjacken umfassen die späteren Kollektionen nun Cut-und-Sew-Styles wie Camo-Anzüge und sogar Wildleder-Hemden.

In den späten 90ern wollen alle erfolgreichen Hip-Hop-Künstler ins Mode-Geschäft einsteigen: Jay-Z ruft Rocawear ins Leben, Sean »Puff Daddy« Combs gründet Sean John. Doch keine Hip-Hop-Marke verfügt auch nur annähernd über eine solche Strahlkraft – das ikonische »W« ist unverkennbar. Zur Hochzeit der Marke ist Wu-Wear mit Stores in New York, Philadelphia, Virginia und Atlanta auf der ganzen Ostküste vertreten. Der Plan, die Westküste zu erobern, steht schon, doch der Store in Los Angeles wird nie eröffnet.

Mit der steigenden Konkurrenz anderer Hip-Hop-Brands und nachlassendem Erfolg der Marke wird Wu-Wear 2008 eingestellt und in »Wu-Tang«-Brand umbenannt. Die Lizenz für das »W«-Logo wird an Bekleidungsketten wie Gap und Snipes vergeben. Zusammen mit dem New Yorker Concept-Store Alife erscheinen regelmäßig Capsule-Kollektionen unter dem Namen »A Wu-Tang Life«. Des Weiteren kollaboriert die Wu-Tang Brand mit anderen Marken wie New Era und Stance.

Where are they now …?

Im Sommer 2017 kündigt Clan-Mitglied und Producer Robert Diggs a.k.a. RZA die Rückkehr von Wu-Wear an. Als Partner hat man die Merchandise-Abteilung von Live Nation ins Boot geholt. Die erste Kollektion erscheint ein Jahr später zum 25-jährigen Jubiläum des Wu-Tang-Debütalbums »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)«. Es folgen weitere spannende Kollaborationen wie die Clarks Wallabees, die ihren Kultstatus in Hip-Hop-Kreisen den Rappern aus Shaolin zu verdanken haben.