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Die Meere leiden

Adidas wird bis 2024 nur noch recyceltes Plastik verwenden

Adidas hatte mit Parley for the Oceans bereits ein Zeichen gegen die Verschmutzung der Weltmeere gesetzt. Nun gelobt das deutsche Unternehmen bis 2024 komplett auf recyceltes Plastik umzusteigen.


Die Marke mit den 3-Streifen sagte am Montag, dass sie sich verpflichtet haben, bis 2024 nur noch recycelten Kunststoff zu verwenden. Das Versprechen, die Verwendung von "jungfräulichem" Kunststoff zu vermeiden, soll auch Polyester betreffen. Verwendet in allen Bereichen, von T-Shirts bis hin zu Sport-BHs, ist das recycelte Material in der Sportbekleidung beliebt, da es schnell trocknet und wenig wiegt.

Adidas gab zudem bekannt, dass sie auf die Verwendung von Frischkunststoff in ihren Büros, Einzelhandelsgeschäften, Lagern und Distributionszentren verzichten werden, was ab 2018 schätzungsweise 40 Tonnen Kunststoff pro Jahr einsparen würde.
Das Unternehmen gab zudem bekannt, dass ihre Bekleidungslinie für Frühjahr und Sommer 2019 rund 41% recyceltes Polyester enthalten wird.

Auch bei den Parley-Schuhen, die aus Kunststoffabfällen bestehen, die abgefangen wurden, bevor sie das Meer erreichen, erwartet das deutsche Unternehmen einen deutlichen Umsatzanstieg. Das Unternehmen progonostiziert, dass die Käufe in diesem Jahr auf 5 Millionen Paar steigen werden, verglichen mit 1 Million im Jahr 2017.

Der weltweite Einsatz von Kunststoff hat sich in den letzten 50 Jahren verzwanzigfacht und wird sich in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich wieder verdoppeln. Das Material ist billig und vielseitig, aber Regierungen und Verbraucher sind sich zunehmend der enormen Umweltkosten bewusst. Untersuchungen zeigen, dass es bis 2050 in den Weltmeeren mehr Plastik als Fisch nach Gewicht geben wird.

Weltweit werden nur 14% des Kunststoffs für das Recycling gesammelt. Die Wiederverwendungsrate ist im Vergleich zu anderen Materialien schrecklich – 58% des Papiers und bis zu 90% von Eisen und Stahl werden recycelt.

An dieser Stelle freuen wir uns, dass eine der großen Marken zumindest die richtige Richtung einschlägt und Maßnahmen ergreift, anstatt nur "Green washing" zu betreiben. Natürlich reden wir hier lediglich von der "Spitze des Eisbergs", jedoch schafft es Adidas mit solchen Aktionen "Awareness" zu erzeugen, die im Umkehrschluss vielleicht auch die Wettbewerber zwingt, ihren ökologischen Haushalt von Grund auf zu renovieren.