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Air Max Schriftzug ähnelt "Allah" in arabisch

Muss Nike den Air Max 720 einstellen?

Noch vor dem offiziellen Release des Nike Air Max 720 gibt es bereits erste Kontroverse: Nike wird aufgefordert, den Air Max 720 wegen einem Schriftzug zu entfernen, von dem einige Leute glauben, dass es "Allah" auf Arabisch ähnelt.


Am 19. Januar startete Saiqa Noreen eine Change.org-Petition, die am Sonntag mehr als 5.400 Unterzeichner hatte, die die Verwendung einer mit "Air Max" versehenen Schriftart auf der Sohle des Air Max 720 verurteilten und sich darauf beriefen, dass sie für einige Muslime beleidigend sei und das Wort "Allah" nicht auf einem Schuh erlaubt sein dürfe, insbesondere auf der Außensohle, wo es den Boden berührt und daher wahrscheinlich schmutzig werde.

"Das ist respektlos und extrem beleidigend für Muslime und beleidigend für den Islam. Der Islam lehrt Mitgefühl, Freundlichkeit und Fairness gegenüber allen", schrieb der Change.org-Benutzer. "Wir bitten Nike, diesen blasphemischen und offensiven Schuh und alle Produkte mit dem Designlogo zurückzuziehen, das dem Wort Allah ähnelt, und zwar aus dem weltweiten Verkauf."

Das PR-Team von Nike reagierte mit einem Kommentar nach der Veröffentlichung dieser Geschichte. Die Marke erklärte: "Nike respektiert alle Religionen und wir nehmen Bedenken dieser Art sehr ernst. Das Air Max-Logo wurde als stilisierte Darstellung der Air Max-Marke von Nike entworfen. Es ist beabsichtigt, nur die Marke Air Max wiederzugeben. Jede andere wahrgenommene Bedeutung oder Darstellung ist unbeabsichtigt."

In der Historie der Marke gab es mehrere Skandale dieser Art. 1997 musste Nike 38.000 Paar Turnschuhe weltweit zurückrufen, nachdem in Großbritannien Empörung über ein flammendes Logo ausgelöst wurde, von dem einige glaubten, dass es dem Wort Allah ähnelte. Neben der Erinnerung an die Turnschuhe – eine Serie mit den Namen "Air Melt", "Air Grill", "Air B-Que" und "Air Bakin'" – spendete der Swoosh 50.000 Dollar an eine islamische Grundschule in den USA, die für die Einrichtung eines Spielplatzes verwendet werden sollte.

Nike stieß 1995 auf ein ähnliches Problem, als sie eine Plakatwand in der Nähe der University of Southern California entfernte, auf der ein Basketballspieler neben den Worten "They called him Allah" abgebildet war.

"Nach dem Rückruf von Sneakern im Jahr 1997, die ein ähnliches Logo mit dem Wort Allah hatten, behauptete Nike, die Überprüfung des Logodesigns verschärft zu haben. Warum wurde also ein ähnliches Design genehmigt?" schrieb Noreen.

Das sagt die Redaktion

Wir finden diese gesamte Diskussion sehr mühsam. Natürlich ist es wichtig, die Religion der Menschen zu respektieren und diese in ihrem Glauben nicht zu beledigen. Jedoch sind für uns Sneaker eine Art Insel, frei von Religion, politischen Strömungen und anderen sehr persönlichen Themen. Nike ist eine Weltmarke, die für jeden Menschen dieser Erde Schuhe herstellt – unabhängig davon welche Religion er hat. Von daher ist der Vorwurf der Petition aus unserer Sicht ein bisschen weit hergeholt. Zudem ist eine Ähnlichkeit in diesem Sinne für uns kaum gegeben. Vergleicht man die Logos, muss man die äußeren Buchstaben wegnehmen und hat immer noch keine markante Ähnlichkeit. Eine solche Petition ist zudem nicht unbedingt förderlich. Anstatt ein Zeichen für Frieden und Verständigung der verschiedenen Kulturen zu propagieren, wird durch diese Petition eher ein Entzweiung verursacht. Aus unserer Sicht sollte Nike das Logo beibehalten, aber trotzdem die Kommunikation mit den Verantwortlichen suchen.